Archiv für den Monat: Oktober 2009

Emma mit viel Elan

24 den 26 Folgen von der Serie Mit Schirm, Charme und Melone (8-DVD-Boxset – Edition 1) der ersten deutschen Staffel (eigentlich schon die 4.), ab 18. Oktober 1966 im damals noch jungen ZDF in schwarz-weiß ausgestrahlt, habe ich mir in den letzten Wochen nach langer Zeit wieder zu Gemüte geführt. Und auch über die vielen Jahre hinweg hat diese Serie mit Patrick Macnee als John Steed und Diana Rigg als Emma Peel nichts von ihrer damaligen Faszination verloren. Alles ist very british, also mit feinstem britischen Humor gespickt, und durchaus spannend. Die letzte Folge (Honig für den Prinzen/ Honey for the Prince) werde ich mir in den nächsten Tagen anschauen, die Folge „Weihnachten – ein Alptraum“ (Too Many Christmas Trees) werde ich mir für die Festtage aufbewahren.

Wie gesagt: die Serie ist very british und lässt das „Swinging London“ der 60er Jahre wieder auferstehen. Very british sind auch die Fortbewegungsmittel, mit denen die beiden Protagonisten Steed und Peel unterwegs sind. Obwohl ich kein großer Fan von Automobilen bin und selbst keinen PKW besitze (siehe meinen Beitrag: Tanz ums goldene Kalb), so haben die Fahrzeuge, die damals auf der britischen Insel produziert wurden, ihren Reiz, dem auch ich mich nicht ganz entziehen kann. Meine Frau mag besonders den Jaguar und hier den Typ E, sportlich-extravagant. Als Kind hatte ich eine Carrera-Autorennbahn, zu der neben einem Porsche auch ein Jaguar E gehörte.

Nun in der Serie Mit Schirm, Charme und Melone fahren Steed und Peel Autos, die ganz ihrem Stil entsprechen. John Steed bevorzugt dabei gentlemanlike die Marke Bentley und dabei Typen aus den 20er Jahren. In der s/w-Staffel ist es ein 4½ Litre Bentley bzw. 3 Litre Bentley; das Kennzeichen ist dabei immer UW 4887. In der ersten Staffel in Farbe sehen wir ihn mit folgenden Oldtimern:

RX 6180 – etwa 1926 Green Speed Six Bentley
YT 3942 – 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

John Steed: 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

Emma Peel: 1966 Powder Blue Lotus Elan S3

John Steed: 1926 Green 3 Litre Racing Green Bentley

Emma Peel: 1966 Powder Blue Lotus Elan S3

Und Emma Peel? Ihrem sportlich-dynamischen Typ entsprechend fährt sie Lotus. Lotus Elan um genau zu sein. In den Episoden in schwarz-weiß ist es ein 1964 Lotus Elan S2 mit der Registrierung HNK999C, und in den Folgen in Farbe fährt sie einen 1966 Powder Blue Lotus Elan S3 mit dem Kennzeichen SJH499D.

„Mit Schirm, Charme und Melone“ wird immer wieder mit den James Bond-Filmen verglichen, deren erste Episoden auch in den 60er Jahren entstanden. Und wie bei James Bond, der in zwei Filmen sogar auf Autos der deutschen Marke BMW zurückgreift, spielen auch in „Mit Schirm, Charme und Melone“ Autos eine größere Rolle. Sie sind gewissermaßen Erkennungszeichen der Protagonisten und damit eine Art Accessoire, das die besonderen Eigenschaften der jeweiligen Typen unterstreicht. Heute würde man von Styling sprechen.

Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Serie bin ich bei YouTube auf ein Musikvideo der Gruppe Oasis gestoßen, die Musik im Stile ihrer Vorbilder, den Beatles, machten. Für dieses Video aus dem Jahre 1996 engagierten sie Patrick Macnee, dem John Steed der Serie, der die Band-Mitglieder in einem Rolls Royce chauffiert. Regisseur des Videos ist Nigel Dick. Macnee hat sichtlich Spaß an seinem Mini-Auftritt.


Oasis: Don’t Look Back In Anger (1996)

Herbsturlaub 2009: Bild(er) des Tages (5)

Mein kurzer Herbsturlaub geht heute leider zu Ende. Morgen wartet hoffentlich nicht zu viel Liegengebliebenes bzw. Neuhinzugekommenes an Arbeit auf mich (der Teufel soll’s holen).

Nun nach zwei Regentagen hat sich der Himmel wieder erbarmt und lässt die Sonne scheinen; Zeit, um auch die Pflanzen auf dem Grab meines Schwiegervaters zusammen mit meiner Frau zu hegen. Zeit auch für einige herbstliche Fotoaufnahmen. Sehenswert ist dabei die alte, verknöcherte Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt.

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt - bei leichter Bewölkung

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt – bei leichter Bewölkung (oben) und bei Sonnenschein (unten)

Trauerbuche auf dem Friedhof in Tostedt - bei Sonnenschein

Südafrika, wir kommen

Neben Gastgeber Südafrika haben sich bisher 22 Mannschaften für die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden im nächsten Jahr qualifiziert:

FIFA Worldcup 2010 South Africa

Aus Europa Dänemark, die Schweiz und die Slowakei, Deutschland, Spanien, England, Serbien, Italien und die Niederlande. Als beste Gruppenzweite müssen noch in die Relegation folgende Ländermannschaften: Portugal, Griechenland, Slowenien, Russland, Bosnien-Herzegowina, die Ukraine, Frankreich und Irland.

Aus Asien: Australien, Japan, Süd- und Nordkorea. Der 5. der Qualifikation Bahrain muss in die Relegation gegen Neuseeland (für Ozeanien) antreten, das Hinspiel ist bereits gespielt und endete 0:0 in Bahrain.

Aus Nord- und Mittelamerika: die USA, Mexiko und Honduras. Der Vierte der Qualifikation muss gegen den 5. aus Südamerika antreten: Costa Rica – Uruguay.

Aus Südamerika kommen Brasilien, Chile, Paraguay und Argentinien.

Aus Afrika haben sich bisher nur Ghana und die Elfenbeinküste für die WM qualifiziert. Weitere Kandidaten sind Kamerun oder Gabun, Tunesien oder Nigeria bzw. Algerien oder Ägypten.

Im Kampf um die letzten Tickets wird in den noch ausstehenden Gruppenspielen in Afrika und in so genannten Playoffs das WM-Teilnehmerfeld komplettiert. Die Auslosung für die restlichen vier europäischen Vertreter findet am Montag, 19. Oktober, statt. Die Relegationsspiele werden am 14. und 18. November gespielt.

Museumsinsel Berlin: Virtueller Rundgang

Im Juli 2001 besuchte ich mit meinen Lieben zuletzt Berlin. Da meine beiden Söhne ausgesprochene Altägypten-Fans waren, besuchten wir auch das Ägyptische Museum, das damals noch im Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg untergebracht war. Höhepunkt der Ausstellung ist und war die Büste der Nofretete.

Büste der Nofretete

Nach einem Umzug ins Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel befindet sich das Ägyptische Museum seit Oktober 2009 wieder im Neuen Museum – ebenfalls auf der Museumsinsel in Berlin.

Morgen nun, am 17. Oktober 2009, öffnet das Neue Museum wieder seine Pforten.
Errichtet wurde dieses Hauptwerk der Kunst-, Museums- und Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts nach Plänen Friedrich August Stülers. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield aufwändig restauriert und wiederhergestellt. Das Ägyptische Museum und Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung finden hier ihre neue Heimat.

Büste der Nofretete im Neues Musem

Erstmals sind nun seit 1939 alle fünf Museen auf der Berliner Museumsinsel zugänglich.
Wer Lust und Laune hat, kann in einem virtuellen Rundgang über die Insel schlendern: Museumsinsel Berlin: Virtueller Rundgang

weitere Infos zum Jahrhundertprojekt Museumsinsel Berlin

Flohmarktfieber: Töster Markt 2009

Alljährlich findet in der ersten Oktoberwoche in dem kleinen Heideort Tostedt, auf halber Strecke zwischen Bremen und Hamburg gelegen, Norddeutschlands größter Flohmarkt mit rund 700 Ausstellern statt – 2009 zum 36. Mal. Der Flohmarkt in Tostedt wird auch kurz Töster Markt genannt (Töst ist die niederdeutsche Form von Tostedt).

Veranstalter ist der Werbekreis in Tostedt, der auch für die Organisation verantwortlich zeichnet. Viele ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass alles möglichst reibungslos abläuft, so auch Fritz Rosenbrock, der als Marktsheriff dafür sorgt, dass die Aussteller ihren richtigen Standplatz finden. Manchmal wird auch beim Aufbau der Pavillons geholfen – und am Ende die Standgebühr von zz. 4 Euro pro Meter kassiert.

Es handelt sich bei dem Video um eine Sendung des N D R Fernsehens – Landesfunkhaus Niedersachsen, die am 12.10.2009 ab 18 Uhr 15 auf N3 ausgestrahlt wurde:


Flohmarktfieber: Töster Markt 2009

Ich habe noch ein Video bei Youtube gefunden, dass alte Super-8 Aufnahmen aus den 70er Jahren zeigt, als der Tostedter Flohmarkt nur im Himmelsweg und der Diekhofstraße stattfand: Tostedt – Flohmarkt der 70er Jahre

Der richtige Preis für den richtigen Mann …

… zur falschen Zeit. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Präsidenten Barack Obama ist wohl die Überraschung schlechthin. Ich denke zwar, dass er auf längere Sicht bestimmt ein Kandidat auf diesen Preis wäre, aber in diesem Jahr kommt die Verleihung einfach viel zu früh. Was hat er, außer vieler guter Absichten, wirklich für den Frieden auf dieser Erde geleistet? Und so ist auch der Preisempfänger selbst mehr als überrascht: Ich habe den Preis eigentlich nicht verdient. Er betrachte den Preis nicht als eine Bestätigung für Erreichtes, sondern als eine Herausforderung. Auch sei er nicht als Anerkennung für eigene Erfolge, sondern eher als Bestätigung für die USA, bei drängenden Problemen wie dem Klimawandel, der atomaren Abrüstung und dem Nahost-Konflikt voranzugehen.

Der Friedensnobelpreis ist so zu einem Friedensnobelhoffnungspreis geworden. Mit Obama hoffen viele Menschen auf eine bessere Welt; in ihm sehen viele (nach acht Jahren George W. Bush) endlich wieder einen Hoffnungsträger für eine Politik der Vernunft. Vielleicht ist das ein neuer Weg in einer veränderten Welt: Hoffnung zu stiften.

Die Gefahr, dass es unerfüllte Hoffnungen sein werden ist groß. Viel zu groß. Daher ist diese Preisverleihung verfrüht. Das Preisverleihungskomitee argumentiert, man habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Mag dieser Versuch gelingen.