Klappsitz oder Stammplatz

In dem Beitrag Du, das öffentliche Gesicht stellte ich die Frage: Wer möchte nicht auch einmal auf der Titelseite einer Zeitung stehen – mit Bild natürlich. Nun auf eine Titelseite bin ich zwar nicht gekommen, nur auf Seite 25, und auch nur in einem regionalen Wochenblatt (abwertend Käseblatt genannt), aber immerhin mit meinem Konterfei.

Eigentlich war es als Leserbrief gemeint, meine Zuschrift an die Kreiszeitung Nord Heide Wochenblatt (Mehr als das übliche Chaos), aber schon am folgenden Tag hatte ich einen Anruf mit der Bitte, ein Foto von mir machen zu dürfen – für einen Artikel in eben dieser Kreiszeitung zu meiner Beschwerde. Ergebnis ist der folgende Artikel:

Klappsitz statt Stammplatz

(bim). Anlässlich des Fahrplanwechsels wirbt die Metronom Eisenbahngesellschaft mit verbesserten Verbindungen. Pendler Wilfried Albin (54) aus Tostedt kann das nicht bestätigen: Statt der bisher sechs Waggons hat der erste morgendliche Metronom nur noch vier – und die sind zur Hauptverkehrszeit, insbesondere ab Tostedt, proppevoll. Damit nicht genug: „Mein Stammplatz wurde mit dem neuen Reservierungsplan offensichtlich anderweitig vergeben. Jetzt muss ich froh sein, wenigstens noch einen der wenig komfortablen Klappsitze zu ergattern.“

Wilfried Albin pendelt täglich nach Hamburg. Sein Fahrkarten-Abonnement läuft zum Ende des Jahres aus, die neue Abo-Marke wird er erst in den kommenden Tagen erhalten. „Leider ist es mir bisher weder über die Online-Reservierung der Metronom-Website noch per E-Mail gelungen, meine Reservierung zu verlängern“, sagt Wilfried Albin.

Tatjana Festerling (44) von der Pressestelle der Metronom Eisenbahngesellschaft bestätigt, dass die Züge zu den Hauptverkehrszeiten immer sehr voll sind, aber: „Wir haben uns die Fahrgastzahlen sehr genau angesehen und zwei Züge den Kapazitäten entsprechend getauscht“, so Festerling. Ergebnis: Der Metronom, der um 5.56 Uhr von Tostedt startet, hat nur noch vier Wagen, der Zug, der um 6.10 Uhr losfährt, hat sechs. Weitere Wagen, um die Metronom-Züge zu verlängern, stehen nicht zur Verfügung.

Bezüglich der Stammplatz-Reservierung bittet Festerling um Geduld. Für die drei Metronom-Strecken müssten fast 9.000 Sitzplatzreservierungen für hin- und Rückfahrten bearbeitet werden. Und das dauere.

aus: Kreiszeitung Nord Heide Wochenblatt (23./24. Dezember 2008 – Seite 25 – Tostedter Anzeiger)



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