Fährt man vom schottischen Festland von Kyle of Lochalsh über die Skye Bridge auf die Isle of Skye, so stößt man auf einen Kreisel, den Kyleakin Roundabout. Auf der linken Seite liegt Kyleakin, ein kleiner Ort - rechts geht es weiter auf die Insel. Fährt man dagegen geradeaus, so kommt man auf die Old Kyle Farm Road. Dort auf der linken Seite hatte ich mit meiner Familie im August 2005 für acht Nächte im Gästehaus „Mo Dhachaidh“ (zu deutsch: „Mein Heim“) bei Greta Macleod Sheedy eine Ferienwohnung (Blick auf Kyleakin) gemietet (siehe auch den Beitrag: Rückblick auf unsere Schottland-Reise 2005 (Unterkünfte))
Dank Google Street View, einem Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth (Google Street View zeigt Ansichten in 360°-Panoramabildern aus der Straßenperspektive) bin ich nun noch einmal nach Kyleakin zurückgekehrt. Meine kleine virtuelle Wanderung beginne ich dort, wo u.a. der Linienbus zum Festland nach Kyle of Lochalsh hält. Hier befindet sich ein Restaurant samt Bar und Café.
Kyleakin (Castle Moil Restaurant mit King Kaakon Bar & Cafè Moil) – mit Blick auf die Skye Bridge
Keinohrhasen (2007) hatte ich ausfallen lassen, nachdem ich Til Schweigers 1 ½ Ritter sah, ein Film, der sich als (bl)öde herausstellte. Vielleicht hätte ich mir doch eher „Keinohrhasen“ ansehen sollen, immerhin einer der erfolgsreichsten deutschen Kinofilme, denn die Zweiohrküken (jetzt auf DVD Zweiohrküken erhältlich), die ich mir am Wochenende anschaute, enttäuschten mich sehr.
Während „Keinohrhasen“ wohl „eine entwaffnende Balance zwischen ernsthaften Gefühlen und inszenatorischer Schamlosigkeit“ darstellte, entpuppte sich „Zweiohrküken“ für mich als eine Machoklamotte mit gestrigem Geschlechterbild.
Aber zuerst zum Inhalt:Ludo Decker und Anna Gotzlowski leben bereits zwei Jahre zusammen in einer gemeinsamen Wohnung. Der Alltag ist eingezogen, Ludo vernachlässigt seine häuslichen Pflichten, Anna ist genervt. Als auf einer Party Ludos Ex-Freundin Marie wieder auftaucht und Annas ehemaliger Freund Ralf, ein Frauenversteher und Entwicklungshelfer ein paar Tage bei Anna und Ludo einzieht, geraten beide in eine Spirale von Selbstzweifeln und Eifersucht. Anna liest Ludos SMS, Ludo findet Die Liste, Annas geheime Liste früherer Bettgeschichten, in der Ralf weit besser weg kommt als er selbst.
Ludo hält die ständigen Provokationen Ralfs nicht mehr aus und schlägt ihn in einem Restaurant vor Annas Augen nieder. Anna und er trennen sich im Streit. In dieser Phase landen beide mit ihren früheren Partnern im Bett.
Ein Nebenstrang erzählt von den verzweifelten Versuchen Ludos Freund Moritz, bei den Frauen zu landen. In seiner Not besucht er eine Flirtschule und versucht, die Tipps von Flirtlehrer Dr. Eisenberger in die Tat umzusetzen. Dessen Wissen erschöpft sich in vorsintflutlichem Machogehabe, so dass sich peinliche Situationen für Moritz häufen.
Am Ende versöhnen sich Ludo und Anna und kommen wieder zusammen.
Schon wie der Film beginnt: Die Filmheldin Anna entsteigt schmachtend einem Düsenjet, um sogleich ihre silikonverstärkten Brüste dem werten Publikum zu entblößen. Klar, Ludo (warum lässt mich sein Name immer an die umgangssprachliche Bezeichnung für Zuhälter, an Lude denken) träumt das alles nur. Und so geht das weiter. Unser Macho vom Dienst entpuppt sich als fauler Knochen, was die täglichen Belange einer Zweierbeziehung betrifft. Eine gewisse Sensibilität erweist er Kindern gegenüber (so dürfen auch in diesem Film wieder Schweigers eigene Kinder mitspielen), wenn Anna am Ende des Films auch feststellt, dass eigene Kinder den guten Ludo doch wohl überfordern dürften.
Til Schweiger, der auch wiederum Regie führte und am Drehbuch maßgeblich beteiligt war, hat sichtliches Vergnügen an seiner Rolle – ich denke, in Vielem spielt er sich selbst. Und er greift wie in früheren Filmen wieder auf Sympathieträger zurück (in „1 ½ Ritter“ war es Thomas Gottschalk, dem es nur gelang, sich selbst zu spielen, wetten dass …?), hier wie im ersten Teil spielt u.a. Wladimir Klitschko sich selbst. Es muss sich wohl um einen gewissen Klüngel handeln (Gottschalk, Schweiger, Klitschko usw.).
Und so gelingt es Schweiger mit vereinten Kräften, wieder einmal ein Massenpublikum in die Kinos zu locken (oder zum Kauf der DVD). Zweiohrküken“ ist deutsches Mainstream-Kino mit Erfolgsgarantie (Betonung auf deutsch), aber eben auch ohne Überraschungen, das vor Klischees nur so strotzt und auch vor Klamauk nicht zurückscheut.
Während man dem ersten Teil (Keinohrhasen) noch eine erzählerische Leichtigkeit, einen gewissen Charme nachsagte, so rutscht das Niveau, auf dem im 2. Teil gelacht wird, deutlich ab.
Ist nun Schweiger selbst so ein Macho oder ist er ein gewiefter Geschäftsmann, dem es wieder einmal gelungen ist, den Geschmack eines breiten Publikums zu finden? Es ist auf jeden Fall bedenklich, wie ein Film mit einer so reaktionär-infantilen Grundhaltung Erfolg beim Publikum haben kann.
In der Vorosterzeit des Jahres 1982 machte ich mich auf, um nach einem Abstecher von Nürnberg über Pilsen in Prag auf den Spuren von Frank Kafka zu wandeln (siehe meinen Beitrag 125 Jahre Franz Kafka).
Prag ist eine einzigartige Stadt. Besonders die Innenstadt zeigt heute ein geschlossenes, von Gotik und Barock geprägtes Stadtbild. Prag ist die „Goldene Stadt“ (Zlatá Praha = Goldenes Prag) und war besonders in der Zeit Kafkas (zur Jahrhundertwende um 1900) eine nach außen weltoffene Stadt und ein Treibhaus für Künstler und nachwachsende Literaten. Und Prag ist ein Eldorado für Bierfreunde.
Dank Street View, einem Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth (Google Street View zeigt Ansichten in 360°-Panoramabildern aus der Straßenperspektive) konnte ich nun noch einmal an meinem Rechner durch die Straßen von Prag wandern. Beginnen möchte ich vor dem Geburtshaus von Franz Kafka:
Geburtshaus von Franz Kafka in Prag mit Gedenktafel (heute: Námestí Franze Kafky)
Eine Hüpfburg als Kunst? In den Deichtorhallen in Hamburg gibt es noch bis zum 12. September anlässlich des Sommerfestivals 2010 eine Installation von William Forsythe, Dana Caspersen und Joel Ryan zu bewundern – mehr noch, es ist ein wahr gewordener Kindheitstraum, in der die Bühne gleich Zuschauerraum gleich Hüpfburg ist: White Bouncy Castle
Völlige körperliche Destabilisierung, absurde soziale Situationen und die unvermeidliche Einbeziehung der Teilnehmer in das Geschehen bestimmen die charakteristische Kinetik des Schlosses. Unvorhersehend entwickelt sich bei den hüpfenden eine Euphorie, die ansteckend ist und in einigen Fällen sogar süchtig macht.
Täglich außer montags / 10.00– 20.00 Uhr, letzte “Hüpfphase” beginnt um 19:30 Uhr (Mittagspause 13.30 – 14.30 Uhr)
1969 fand das bisher wohl bekannteste Festival der Rockmusik in Woodstock statt, an dem auch die Gruppe Jethro Tull teilnehmen sollte; der Auftritt der Gruppe war für den Sonntag vorgesehen. Allerdings entschied sich der Manager der Gruppe, Terry Ellis (u.a. auch Mitbegründer des Plattenlabels Chrysalis) für einen finanziell lukrativeren Konzerttermin genau für die drei Tage vom 15. – 17. August im „Revolution“ in Monticello, NY. USA, also gar nicht soweit von Woodstock entfernt. Immerhin traten dann Jethro Tull 1970 beim Festival auf der Isle of Wight auf (das mit geschätzten 600.000 Besuchern wahrscheinlich bestbesuchte und auch chaotischste Festival in der bisherigen Geschichte der Rock-Musik); siehe hierzu auch mein Beitrag Jethro Tull - Their Fully Authorized Story
Festival Isle of Wight 1970
Bilder vom Soundcheck: Jethro Tull
Der Begriff Isle of Wight Festival steht für drei Rock-Festivals in den Jahren 1968, 1969 und 1970 – aber auch für eine Reihe neuerer Musik-Festivals, die erst seit 2002 veranstaltet werden. Sie alle fanden auf der gleichnamigen, dem britischen Festland südlich vorgelagerten Kanalinsel Isle of Wight statt. Das Festival des Jahres 1970 ist zweifellos das bekannteste und bei weitem größte der drei Klassiker, sodass seine beiden Vorgänger darüber weitgehend in Vergessenheit gerieten. Es wurde früher auch vielfach als das „europäische Woodstock“ bezeichnet.
Isle of Wight Festival 1970 Intro zur DVD: Message to love
Dieses Festival auf der Isle of Wight von 1970 jährt sich in diesen Tagen zum 40. Mal. Am letzten Tag, den 30. August 1970, also genau heute vor 40 Jahren, trat u.a. die Gruppe Jethro Tull auf. An jenem 30. August spielte tagsüber u.a. die Gruppe Free, deren „All Right Now“ vielen von Euch auch heute noch bekannt sein dürfte:
Free - All Right Now - Isle of Wight Festival 1970
Bevor Ian Anderson und seine Jungs die Bühne am Abend betraten, spielte die Gruppe Moody Blues (u.a. mit ihren Hit „Nights in White Satin“)
Moody Blues - Nights in White Satin: Isle Of Wight Festival 1970
Danach folgten dann Jethro Tull – und als Höhepunkt dieses letzten Abends stand Jimi Hendrix mit seinen Leuten auf der Bühne:
Google Street View, ein Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth, steht zz. in der Debatte, da dieser Dienst demnächst auch für 20 größere deutsche Städte (Berlin - Bielefeld - Bochum - Bonn - Bremen - Dortmund - Dresden - Duisburg - Düsseldorf - Essen - Frankfurt am Main - Hamburg - Hannover - Köln - Leipzig - Mannheim - München - Nürnberg - Stuttgart - Wuppertal) im Internet bereitgestellt wird. Es geht dabei um die Frage des Daten- und Persönlichkeitsschutzes. Google Street View zeigt Ansichten in 360°-Panoramabildern aus der Straßenperspektive. Wer möchte, kann sein Haus unkenntlich machen lassen.
Okay, das Haus meiner Familie wird so schnell nicht als Street View verfügbar sein, da ich in einem kleinen Ort in Norddeutschland lebe. Im Augenblick kann man das Haus nur aus der Vogelperspektive betrachten. Immerhin. Sicherlich kann man einige Gründe gegen diesen Internetdienst nennen. So wird u.a. befürchtet, das Angebot könnte für kriminelle Zwecke wie den Einbruch in Häusern missbraucht werden. Und sicherlich ist es für viele nicht witzig, sich selbst auf den Aufnahmen von Street View abgebildet zu finden. Für mich überwiegt der Nutzen. Ich findet es einfach toll, Straßenlinien noch einmal zu verfolgen, wo ich vor längerer Zeit einmal selbst entlang gefahren oder gegangen bin. Und ich nutze diesen Netz auch hier im Blog.
Bis zum Jahr 1999 hatten meine Eltern eine kleine Ferienwohnung in dem ehemaligen Fischerdörfchen Torre del Mar an der Costa del Sol, in der ich – zuletzt auch mit meiner eigenen Familie – öfter preiswert Urlaub machte. Genau dieser eigentlich kleine Ort ist auch bei Street View verfügbar. Und es ist schon sehr interessant, z.B. den Weg bis zum Strand, aber auch die vielen kleinen und größeren Straßen des Ortes noch einmal virtuell zu gehen. Und was für Torre des Mar gilt, gilt natürlich auch für all die anderen Orte, die ich im Laufe mehrerer Urlaube in Südspanien kennengelernt habe. Beginne ich direkt vor dem Haus, in dem die kleine Wohnung meiner Eltern gelegen war: